Protektionismus in Russland

Am 23. Juni 2010 hat das Londoner Forschungsinstitut „Global Trade Alert“ seinen sechsten, den protektionistischen Trends im Welthandel gewidmeten, Report veröffentlicht. In dieser Studie, deren Veröffentlichung nicht zufällig mit dem G-20 Gipfel in Toronto zusammenfiel, sind die Experten von „Global Trade Alert“ zu dem Ergebnis gekommen, daß seit November 2008 die Regierungen der einzelnen Staaten ihre protektionistischen Maßnahmen drastisch verschärft haben. Die wenigsten Regierungen halten sich an die in Pittsburgh getroffenen Vereinbarungen.  Doch Russland hält den Rekord mit über 140 protektionistischen Handelsbeschränkungen. Besonders stark wirkt sich diese Situation auf die deutsche Wirtschaft aus, deren Vertreter von 50 Maßnahmen der russischen Regierung berührt werden. Deutschland nimmt somit Platz 1 in der Liste der betroffenen Staaten ein.

Die Logik der russischen Regierung ist verständlich – je weniger importiert wird, um so höhere Absatzchancen haben einheimische Unternehmen. Das darunter das Qualitätsniveau der angebotenen Produktion stark leidet wird in diesem Zusammenhang als zweitrangig eingeordnet. Bevorzugt steuert Russland seine Importpolitik über seine Zollsätze. Für zahlreiche deutsche Hersteller aus den verschiedensten Branchen stellt sich daher die Frage hier in Russland eine Produktion aufzubauen, und sei es nur eine Endmontage, um den vorhandenen Kundenstamm zu bedienen und Neukunden zu akquirieren. Dabei muß aber beachtet werden, daß auch in Russland angesiedelte ausländische Unternehmen nicht immer und überall gleich behandelt werden und gerade bei Staatsaufträgen rein russische Firmen bevorzugt werden. Als Beispiel können ausländische Landmaschinenbauer dienen, die trotz Produktion im Inland nicht in staatliche Leasingprogramme aufgenommen werden.

Trotzdem ist der Schritt nach Russland und die Ansiedlung einer Produktion vor Ort für zahlreiche deutsche Hersteller die einzige Möglichkeit um auf dem riesigen russischen Markt präsent zu sein. Für solche Unternehmen sind die jetzt in Russland entstehenden Industrieparks eine ideale Einstiegsmöglichkeit, da hier viele Probleme, mit denen man als Einzelkämpfer konfrontiert wird, bereits geklärt sind.

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